Klimaschutz in Wasserburg


Die Stadt Wasserburg am Inn sieht den Klimaschutz als eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit und hat deshalb die Klimaschutzziele der Bundesregierung übernommen.

                                                                              Global denken - lokal handeln


Unser Ziel:

Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 80 % bis zum Jahr 2050
(40 % bis 2020) gegenüber 1990.


Unsere Vision:

Eine lebenswerte Stadt, auch für die nachfolgenden Generationen, angepasst an die Folgen des Klimawandels und Vorbild für den Klimaschutz.

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In Wasserburg am Inn setzt man sich intensiv mit dem Thema Klimaschutz auseinander und engagierte 2013 als erste Stadt im Landkreis Rosenheim einen Klimaschutzmanager. Dessen Aufgabe ist es, das Klimaschutzkonzept umzusetzen und die Ziele der Bundesregierung zur Senkung der Treibhausgasemissionen zu erreichen. Auch Öffentlichkeitsarbeit durch Information der Bevölkerung stellt einen großen Aufgabenbereich dar. Verschiedene Aktionen und Veranstaltungen sollen Bevölkerung, Schulen und Gewerbe motivieren, sich am Klimaschutz zu beteiligen.
In seiner Arbeit steht der Klimaschutzmanager den Herausforderungen des Klimawandels und des Klimaschutzes entgegen. Herausforderung Nummer 1 ist der Klimawandel an sich. Alle seriösen wissenschaftlichen Studien und Forschungsarbeiten sind sich einig, dass die globale Durchschnittstemperatur zunimmt, die Schneebedeckung abnimmt und der Meeresspiegel steigt. Mit diesen Herausforderungen gilt es umzugehen und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu ergreifen.
 
 
Um die Herausforderung des Klimaschutzes zu bewältigen, steht der Klimaschutzmanager zahlreichen Aufgaben gegenüber. Es ist von großer Bedeutung, den Energieverbrauch zu reduzieren, ebenso wie die Energieeffizienz zu erhöhen und weitestgehend auf fossile Energieträger zu verzichten. Diese Aufgaben sollen Bevölkerung, Gewerbe und Industrie näher gebracht werden, um ein Miteinander für den Klimaschutz zu generieren. Mittel- und langfristiges Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Das Motto „Global denken – lokal handeln“ der Agenda 21, welche auf der Weltklimakonferenz in Rio 1992 verabschiedet wurde, ist zwar bereits etwas älter, beschreibt das Thema Klimaschutz jedoch bis heute sehr treffend. Klimaschutz ist ein weltweites, globales Thema; die Umsetzung muss jedoch auf lokaler Ebene stattfinden.
 
 
Globales Denken beginnt mit der Erde selbst. Wie der Blick auf die Erde aus dem Weltall zeigt, erkennt man weder Gebäude, noch Menschen oder Straßen. Man sieht einen vermeintlich unberührten Planeten. Vegetation, Bewölkung und Meere prägen ihn.
Eine große Besonderheit der Erde ist der Treibhauseffekt. Dieser ermöglicht Leben auf der Erde und bedeutet, dass Sonneneinstrahlung die Atmosphäre durchdringt, an der Erdoberfläche in Wärmestrahlung umgewandelt und von der Erde wieder abgegeben wird. Ohne den Treibhauseffekt würde die mittlere Temperatur der Erde bei etwa -18 °C liegen. Durch den natürlichen Treibhauseffekt beträgt die globale Mitteltemperatur der Erde etwa 15 °C. Neben dem natürlichen Treibhauseffekt spielt auch der anthropogene Treibhauseffekt eine Rolle. Dieser bezeichnet den zusätzlichen Treibhauseffekt, welcher aufgrund der Zufuhr von klimawirksamen Gasen durch den Menschen erfolgt. Zum einen erhöhen menschliche Aktivitäten den Anteil der Gase, welche auf natürlichem Wege in die Atmosphäre gelangen - etwa Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid und troposphärisches Ozon. Zum anderen erfolgt die Emittierung von zusätzlichen Gasen, den sogenannten neuen Treibhausgasen. Hierzu zählen beispielsweise Flourchlorkohlenwasserstoffe und Chlorflourmethane.
 
 
Auf der Erde haben wir Energie im Überfluss aus verschiedensten Quellen. Man unterscheidet zwischen fossilen und regenerativen Energieträgern. Fossile Energieträger sind jene Energieträger, welche in vergangenen Zeitaltern durch den Abbau abgestorbener Pflanzen und Tiere entstanden sind. Beispiele hierfür sind in erster Linie Brennstoffe wie Kohle, Erdgas, Erdöl und Torf. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie chemische Energie speichern. Kohlenstoff ist die wesentliche chemische Basis, weshalb es bei der Verbrennung mit Sauerstoff zur Entstehung von Kohlendioxid, einem Treibhausgas, kommt. Erneuerbare Energie (auch regenerative Energie) ist jene Energie, welche im Gegensatz zu fossilen Energieträgern nicht auf endliche Ressourcen zurückgreift. Hierzu zählt die Wind-, Sonnen-, Wasser- und Bioenergie sowie die Geothermie und Gezeitenenergie. Die Verbrauchsrate darf die Erneuerungsrate jedoch nicht übersteigen. Die Favorisierung der Nutzung erneuerbarer Energien trägt wesentlich zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei. Der Ausstoß von Treibhausgasen kann verringert werden, ebenso wie die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Der Mensch verbraucht täglich Energie und insbesondere bei Betrachtung von nächtlich aufgenommenen Satellitenbildern wird dies deutlich. Dass die Erde kein unberührter Planet ist, wird prägnant sichtbar, ebenso wie die extreme Ungleichverteilung der Energienutzung. Während es sehr helle Bereiche gibt, wie etwa Europa, wo viel Energie verbraucht wird und ein hoher Lebensstandard herrscht, gibt es auch Gebiete die nachts fast völlig dunkel erscheinen, wie beispielsweise weite Teile Afrikas. Neben der hier gut sichtbaren Beleuchtung wird vor allem durch industrielle Prozesse, Infrastruktur und Heizung Energie verbraucht.
Weltweit sind die CO2 Emissionen stark angestiegen. Während die Emissionen von 1750 bis 1850 bei 0 liegen, beginnen sie ab 1860 mit der Industrialisierung leicht zu steigen, mit einem starken Anstieg ab 1950. Ursache hierfür ist, dass mit der Verbrennung von Energieträgern CO2 freigesetzt wird und daher riesige Mengen emittiert werden. Die Frage, ob der Mensch auf dieser Basis einen Beitrag an der Klimaerwärmung hat, scheint sich selbst zu klaren.
Der Mauna Loa ist ein Vulkan auf Hawaii. Dort befindet sich eine bekannte Messstation für meteorologische Forschungen, deren Aufgabe es ist, herauszufinden, welchen Einfluss der Mensch auf die Zusammensetzung der Atmosphäre hat und wie stark die CO2 Emissionen sind. Seit 1958 wird der CO2 -Gehalt der Luft gemessen. Die daraus entstandene Messreihe ist die längste kontinuierliche Aufzeichnung. Die Messungen dokumentieren den steigenden Gehalt an CO2 inder Atmosphäre. Die Lage der Messstation auf Hawaii ist für atmosphärische Messungen besonders geeignet, da der Vulkan weit vom Festland entfernt ist und daher die Luft in der Umgebung kaum durch lokale Einflüsse der Vegetation oder der Menschen beeinträchtigt wird. Doch trotz der Abgeschiedenheit ist hier der Anstieg der CO2 Konzentration genauso vorhanden wie an anderen Orten der Erde.
Dargestellt ist die CO2 Konzentration in der Atmosphäre von 1750 bis heute. Die Konzentration ergibt sich aus der CO2 Emission und ist homogen über den ganzen Planeten verteilt. Dies bedeutet, egal wo auf der Erde man misst, die CO2 Konzentration ist stets die gleiche. Von großer Relevanz ist, dass die CO2 Konzentration derzeit bei über 400 ppm liegt, der höchste jemals gemessene Wert seit es Menschen gibt.
Derzeit findet eine ganz klare Übernutzung der Erde statt. Tausende von Jahren gebundenes CO2 wird freigesetzt und in die Atmosphäre transportiert und die durch ihre lange Entstehungszeit nicht regenerativen, fossilen Energieträger werden aufgebraucht. Der Mensch ändert folglich die Zusammensetzung der Atmosphäre. Daher ist es die wohl größte Herausforderung unserer Generation, die Übernutzung einzugrenzen und Alternativen zu finden.
Um nachhaltig zu handeln, gilt es, auf lokaler Ebene anzusetzen und die Anpassung im Kleinen geschehen zu lassen. Weltweit betrachtet liegt der Anteil der Wasserburger CO2 Emissionen bei etwa 0,0004 % (4 ppm). Ein scheinbar verschwindend geringer Anteil. Aber was, wenn jeder so denken würde? Würde jedes Land, Bundesland, Stadt und der einzelne Mensch seine Emissionen senken, wäre die weltweite Klimawandelproblematik gelöst. Daher gilt es, Vorbild und Vorreiter zu sein. Durch Öffentlichkeitsarbeit, Austausch mit anderen Kommunen und Leuchtturmprojekten will Wasserburg sich auf den regional spürbaren Klimawandel vorbereiten und Rücksichtnahme auf nachfolgende Generationen vermitteln.
Für die Umsetzung der Klimaschutzziele wird das Jahr 1990 als Basisjahr angenommen, aus welchem sich die Reduzierungen ergeben. Wasserburg hat es sich zum großen Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 % zu reduzieren, was bedeutet, dass nur noch 20 % der in 1990 verbrauchten Energie benötigt werden. Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein Klimaschutzkonzept erarbeitet und der Klimaschutzmanager engagiert.
Das Wasserburger Klimamodell basiert auf den Aktionen, welche voraussetzen, die Klimaschutzmaßnahmen mit Leben zu füllen. Daraus ergibt sich die Umsetzung der 45 Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes. Das große Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen der Stadt bis 2050 um 80 % gegenüber 1990 zu senken mit der Vision: „Eine lebenswerte Stadt, auch für die nachfolgenden Generationen, angepasst an die Folgen des Klimawandels und Vorbild für den Klimaschutz.“
Jeder kann etwas zu Klimaschutz beitragen und diese große Herausforderung lässt sich nur gemeinsam bewältigen. Informieren Sie sich über die Erfolge des Energiedialog Wasserburg 2050 sowie über weitere Aktionen und Ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz.